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Erfolgreiche Tagung zur Bildung der Bildner

«Welche Bildung brauchen Bildner?» fragte die diesjährige Tagung des SVW vom 15. Juni ist St.Gallen. Referentin Bernadette Dilger, Professorin an der Uni St.Gallen, fragte in ihrem Inputreferat, wieviel die Ausbildung für Ausbildner zur Qualitätsverbesserung beitrage, und wieviel schlicht Marketingmassnahme - und wohl auch Geldmacherei - sei. Damit waren die Diskussionen in den Workshops lanciert. Von den rund 30 Teilnehmenden an der Tagung (viele aus dem Bereich Gesundheit und aus der Verwaltung), zeigten nicht wenige einen gewissen Überdruss an verordneter Bildung, und fragten sich auch, wie denn mit Fähigkeiten umgegangen werde, die nicht so einfach vermittelt werden können; etwa Empathie, aber auch Humor.
Christina Jacober, zuständig für die Ausbildung der Ausbildner beim Schweizerischen Verband für Weiterbildung, zeigte auf, dass auch dort die Diskussionen um das richtige Mass an Ausbildung geführt wird.
Doch nicht überall herrscht nur Verdruss gegenüber Weiterbildung und «Zertifizierungswahn». Das zeigte der Fachmann aus dem Bereich Netzelektrik in der Schlussdiskussion. Dort, wie auch anderswo in handwerklichen Berufen, wäre man  froh, man könnte die Ausbildner auch nur zu einer minimalen «Ausbildung der Ausbildner» verpflichten.

Hier finden Sie die Präsentation von Bernadette Dilger, Uni St.Gallen
Hier finden Sie die Präsentation von Christina Jacober, SVEB Zürich

Wir werden im Herbst ein Papier mit den wichtigsten Ergebnissen dieser Tagung veröffentlichen.

 

 

Eine HV wie bei den Sowjets früher

Zugegeben, der Titel ist etwas reisserisch. Er wurde auch nur gemacht, um sie zum Lesen dieses Artikels zu verführen, der eben so gar nichts Reisserisches zu bieten hat: Am 23. März fand die 26. Hauptversammlung des St.Galler Verbandes für Weiterbildung statt. Sie verlief in ruhigen Bahnen, und alle Anträge wurden einstimmig, respektive per Akklamation angenommen (das der Verweis auf die Sowjets damals).
So freut sich der Vorstand, auch im Jahre 2017 mit dem vollen Vertrauen seiner Mitglieder die Weiterbildung im Kanton vernetzen und voranbringen zu können. Immerhin ein Highlight sei aus der HV noch gemeldet: Mit Gisela Fust wurde neu eine kompetente Frau in den Vorstand gewählt, die bereits im letzten Jahr dort mitgearbeitet hatte.
Und ein zweites Highlight war das gemütliche «After-Show»-Nachtessen im Café Gschwend, zu dem die rund 20 Teilnehmenden eingeladen waren.

Hier finden Sie das Protokoll der 26 HV des SVW vom 23. März 2017

 

 

Claudia Longoni über hochbegabte Kinder und ihre Probleme

Das Leben ist für hochbegabte Kinder nicht ganz einfach. Das weiss Claudia Longoni aus eigener Erfahrung, mit ihren zwei hochbegabten Töchtern, die mittlerweile aber erwachsen sind, und damit in einem Alter, in dem sich Hochbegabung besser ausleben lässt, als wenn man als Zwölfjährige mit pubertierenden Kantischülern die Klasse teilen muss.
Vor rund 25 Interessierten und teilweise auch Betroffenen in St.Gallen (am 24. Januar 17) spickte Claudia Longoni ihren Fachvortrag immer wieder mit eigenen Erlebnissen als Mutter. So etwa, wenn sie erzählte wie unterschiedlich die Töchter mit ihren Fähigkeiten umgingen.
Zwei Dinge sind dem Chronisten vom Referat besonders in Erinnerung geblieben: Hochbegabung wird meistens erst «diagnostiziert», wenn Kinder mit dieser Eigenschaft negativ auffallen oder so sehr leiden, dass eine Abklärung nötig wird. Kein Wunder wird Hochbegabung gesellschaftlich denn auch immer wieder als Defizit wahrgenommen. Und zweitens: Das Vorurteil, hochbegabte Kinder seien dafür in ihrem Sozialverhalten zurückgeblieben, stimmt keineswegs generell. Der Eindruck entsteht halt einfach, wenn ein Fünfjähriger mit Gleichaltrigen lieber über Astrophysik diskutieren würde als über Bilderbücher.

Hier finden Sie die Folien zum Vortrag
Hier finden Sie den Text zu den Folien

 

Mit dem Weiterbildungsgesetz gibts neue Angebote und mehr Geld

Mit dem neuen Weiterbildungsgesetz, das 2017 in Kraft tritt, sollen schweizweit die Grundkompetenzen Erwachsener verbessert werden. Im Kanton St. Gallen wollen Bund und Kanton dafür bis 2020 gemeinsam etwa 1.8 Mio. Franken aufwenden.

An einer Informationsveranstaltung des SVW von Mitte August, erläuterte Hans-Peter Steiner vom Amt für Berufsbildung des Kantons St. Gallen die Grundzüge des neuen Weiterbildungsgesetzes, das im Januar 2017 in Kraft tritt. Ziel dieses Gesetzes ist die Förderung der Grundkompetenzen Erwachsener und des lebenslangen Lernens. Am Infoabend, an dem auch Vertreter grösserer Bildungsinstitutionen teilnahmen, erklärte Steiner, dass in den nächsten Jahren allein im Kanton St. Gallen knappe zwei Millionen Franken dafür ausgegeben werden. Zurzeit bildet der Kanton eine Projektgruppe, die bis Mitte nächsten Jahres bestimmt, wie diese Gelder aufgewendet werden sollen und wer davon profitiert. «St. Gallen gehört zu den Kantonen, die bereit sind, Pläne zur Förderung der Grundkompetenzen zu erstellen, andere Kantone machen das nicht», sagte Steiner am Infoabend. Vom Moderator Felix Mätzler nachgefragt, welche das denn konkret seien, meinte Steiner: «Alle Nachbarkantone». Im Falle des Weiterbildungsgesetzes ist es nun aber so, dass der Bund, Gelder die nicht abgeholt werden, denjenigen Kantonen überweist, die ihre Hausaufgaben machen. Da könnte also mittelfristig für die St. Galler noch mehr Bares herausschauen.

Am Infoabend in der Klubschule im Bahnhof St. Gallen wurde auch noch ein Pilotprojekt zur Förderung der Grundkompetenzen vorgestellt, das der Kanton St. Gallen zusammen mit dem SVEB und dem Weiterbildungszentrum Toggenburg WBZT umgesetzt hat. Eine mittelgrosse Firma aus Bütschwil verbesserte die Sprachkompetenz ihrer vielen fremdsprachigen Mitarbeiter mit Kursangeboten, die vor allem in der Firma und teilweise während der Arbeitszeit stattfanden. Fredi Gmür, Kursleiter am WBZT, der das Pilotprojekt vorstellte, nannte eine Erkenntnis des erstens Kurses: «Da kommen ganz neue Jobprofile für Weiterbildner auf uns zu».

 

Hitzige Debatten an der Tagung zur Migration

Bildungs- und Migrationsfachleute brachten ihre Thesen und stellten Forderungen...

Der St. Galler Verband für Weiterbildung hatte für seine Tagung 2016 ein Thema gewählt, das unter den Nägeln brennt. Das zeigte sich schon an der Zahl der Teilnehmenden. Mehr als 100 Personen trafen sich  am Donnerstag, 23. Juni, in St. Gallen und diskutierten über «Migration und Bildung – was wir bieten und was wir lernen können».
Während bei der Vorstellung verschiedener Menschen aus verschiedenen Kulturen mit verschiedenen Bildungsbiographien noch allgemeine Harmonie vorherrschte, zeigten sich erste ideologische Differenzen dann bereits in den Workshops. Etwa wenn es um die Frage ging, wann und wie weit sich Menschen in der Freiwilligenarbeit abgrenzen sollen, oder um die Frage, wie beispielsweise männlichen Migranten mit einem gar patriarchalen Frauenbild zu begegnen sei.
In der Schlussdiskussion offenbarten sich dann die Abgründe, die sich zwischen vielen Ausbildungs- und Migrationsfachleuten einerseits und den «Offiziellen» aus Politik und Wirtschaft andererseits auftun. Die Diskussion, an der David Ganz, Präsident Wirtschaftsregion St. Gallen und Regierungsrat Martin Klöti teilnahmen, war geprägt vom Nichtverstehen. So vermittelten die Bildungsleute zeitweise den Eindruck, das Migrationsproblem wäre allein schon gelöst, wenn nur der Kanton etwas mehr Geld locker machen würde. Davon liess sich Regierungsrat Klöti – zuständig für Integration und Gleichstellung im Kanton St. Gallen - nicht aus der Reserve locken, er verwies immer wieder auf die politischen Rahmenbedingungen im Kanton St. Gallen, die der Regierung keinen Spielraum liessen. Man konnte bei seinen Ausführungen den Eindruck gewinnen, die politische Agenda der St. Galler Regierung werde von der äusseren Rechten bestimmt.
                                                           ...und der Regierungsrat (rechts) beschwichtigte.

Hier finden Sie die Powerpoint-Präsentation unseres Gastreferenten, des Soziologen Franz Schultheis.

 

 

25. HV des SVW am 25. Februar in St. Gallen

Am 25. Februar 2016 konnte SVW-Präsident Felix Mätzler die Teilnehmenden zur 25. Hauptversammlung des SVW begrüssen, und zwar einmal mehr im Hotel Dom in St. Gallen, wo die Teilnahme mit einem guten Nachtessen vergolten wurde. Anders als in den zwei Jahren davor, nahmen die Mitglieder eher spärlich an der HV teil, die auch inhaltlich keine grossen Wellen warf.

Was an der HV diskutiert und beschlossen wurde, steht hier im Protokoll.

 

 

Bildung für Flüchtlinge: Es fehlt die Koordination

Flüchtlinge und ihre Ausbildung, das war das Thema des Quartalstreff des SVW, der  am 21. Januar in St. Gallen stattfand. Gäste waren Ursula Surber, Präsidentin vom Solidaritätshaus, und Karl Oss, Lehrgangsleiter der Integrationskurse beim Kanton St. Gallen.
Beide haben es in ihrem Alltag mit Flüchtlingen und ihrer Bildung zu tun, und beide kamen zum Schluss: Die Situation ist angespannt, so gross ist die Zahl der Menschen, die da kommen, und so unterschiedlich sind Kulturen und Bildungsbiographien. Karl Oss erlebt das mit Menschen im Teenageralter, manche sind sogenannte UMAs, also unbegleitete minderjährige Asylsuchende. Der Kanton bietet den Jugendlichen Integrations- und Sprachkurse. Doch Oss macht sich nichts vor: «Eine siebzehnjährige Somalierin hat auch nach dem Kurs keine Chance, eine Lehrstelle zu finden, wohl nicht einmal eine Anlehre ist möglich.» Zu hoch sind Ansprüche unserer Berufswelt für einen Menschen aus einem Land mit einem völlig anderen sprachlichen, sozialen und schulischen Hintergrund.
Im Solihaus und in der dort angegliederten Schule Integra verkehren die Leute, die vom Staat keinerlei Förderung (mehr) erhalten: Menschen, die noch im Asylverfahren stecken und solche, die abgewiesen wurden. Ihnen bietet das Team von Ursula Surber ebenfalls Bildung, vor allem  Deutschkurse, aber auch etwa Nähkurse. Ausserdem gibt es im Solihaus eine Tagesstruktur: «Da wird gekocht, da wird gegessen, da kommen Menschen zusammen.»
Einig waren sich Ursula Surber und Karl Oss im von SVW-Präsident Felix Mätzler geleiteten Gespräch in einem weiteren Punkt: Es fehlt nicht an Bildungsangeboten für Flüchtlinge, und auch das Geld wäre da (der Kanton St. Gallen verdient an seinen Flüchtlingen). Aber es fehlt eine Stelle, die eine Übersicht über das Problem hat und die die Angebote koordiniert.

Nach dem Q-Treff, beim Apéro im Solihaus, wurde viel diskutiert (Foto A. Brugger)

 

Q-Treff «Hochsensibel» zog 60 Interessierte an

Sind Sie hochsensibel?» fragten wir in der Einladung zum Q-Treff vom 15. September 2015. Mehr als 60 Personen wollten die Frage beantwortet haben, und mehr als die Hälfte von ihnen war nicht SVW-Mitglied, sondern hatte in einer kleinen Notiz im St. Galler Tagblatt von diesem Q-Treff erfahren.

Dass wir mit dem Thema im Trend liegen, bestätigte denn auch Brigitte Küster, Leiterin des Instituts für Hochsensibilität in Altstätten (SG). Sie wurde während rund einer Stunde vom Journalisten und SVW-Präsidenten Felix Mätzler interviewt und erzählte dabei als Fachfrau, aber auch als Betroffene, was Hochsensibilität im Alltag bedeutet.
So ist typisch für Hochsensible, dass ihre «Komfortzone» weniger ausgeprägt ist als bei anderen Menschen. Das kann dann etwa bedeuten, dass Hochsensible bereits von der Hintergrundmusik im Warenhaus so genervt werden, dass sie ein solches fortan meiden. Auch hallen bei ihnen – vor allem unangenehme – Erfahrungen länger nach als bei weniger sensiblen Leuten.
Fachfrau Brigitte Küster zeigte Möglichkeiten, wie man sich als Hochsensible oder Hochsensibler Oasen der Ruhe im hektischen Alltag schaffen kann. Sie mahnte aber auch, sich von der Hochsensibilität nicht allein beherrschen zu lassen.

 

SVW-Tagung mit Clown Pello: Humor ist eine Haltung

Die diesjährige Tagung des SVW gestaltete Clown Pello im Schloss Wartensee ob dem Bodensee. Pellos Thema war der «Humor in der Weiterbildung».
Wer nun für diesen Tag endlose Diskussionen über Humor oder gar gruppendynamische Prozesse erwartet hatte, musste enttäuscht werden. Pello, ganz Clown, machte eine rund achtstündige Show, vor - und mit - Publikum. Dabei zeigte er in Dutzenden von Beispielen, wie man mit Humor, mit dem Spiel von Lockerheit und Spannung, die Teilnehmenden begeistern und für sich, den Unterricht und ein Thema gewinnen kann.
Humor ist eine Haltung, das kam klar zum Vorschein bei Pello, der sich auch nicht scheute, sein Publikum zu provozieren: «Dein Lachen ist so schön, warum versteckst du es hinter der Hand?»
Rund 30 Personen folgten an diesem Donnerstag anfangs Juni Pello und dem SVW ins märchenhafte Ambiente des Schlosshotels Wartensee. Und wer Pello und seine Botschaft begriffen hatte, wusste am Schluss: Humor bedeutet nicht Witze zu erzählen, es braucht dafür auch keine rote Nase. Humor bedeutet in erster Linie, die Menschen gern zu haben und ernst zu nehmen. Pello hat das vorgelebt.

Mit Humor Menschen für ein Thema gewinnen...

...und zur Entfaltung bringen.

 

Mitarbeiter lieber ersetzen statt weiterbilden

So viel Weiterbildung erhalten die Tagi-Leser


Viele Unternehmen in der Schweiz haben in den letzten Jahren das Weiterbildungsangebot für ihre Mitarbeiter abgebaut. Das schreibt der «Tagesanzeiger» in seiner Ausgabe vom 6. November 2014. Die Zeitung zitiert dabei eine neue Studie der Gewerkschaft Travailsuisse. Die Studie wiederum beruft sich auf Zahlen des Bundesamts für Statistik, die im April dieses Jahres erschienen und sich auf das Jahr 2011 beziehen.
Vor allem ältere Mitarbeiter hätten Mühe, eine Weiterbildung zu erhalten, heisst es im Artikel weiter. Ausserem soll fast jedes zweite Unternehmen angegeben haben, im Zweifelsfall lieber neue qualifizierte Mitarbeiter einzustellen als die bisherigen auf neue Anforderungen umzuschulen.
Hier finden Sie den Artikel im Tagesanzeiger

 

Q-Treff im November: Ein niederschwelliges Bildungsangebot

«Femmes-Tische» oder auf deutsch «Frauen-Tische», so nennt sich ein niederschwelliges Bildungsprojekt, das auch in St.Gallen angeboten wird. Am Dienstag, 18. November, erklärt die Leiterin Julia Ha, wie das Projekt funktioniert, das seit 1996 in zahlreichen Regionen der Schweiz sowie in anderen Ländern erfolgreich umgesetzt wird. Jährlich führen hierzulande 45 Moderatorinnen in 15 verschiedenen Sprachen solche Frauen-Tische durch. Sie erreichten im Jahr 2013 allein im Kanton St. Gallen über 1100 Frauen. Die Veranstaltungen bringen Frauen mit Zuwanderungsgeschichte zusammen, die sich in Diskussionsrunden im privaten oder institutionellen Rahmen mit Fragen zu Erziehung, Lebensalltag und Gesundheit auseinandersetzen. 

Das Projekt Femmes-Tische wurde bereits mehrfach preisgekrönt. 

Der Quartalstreff findet am Dienstag, 18. November, ab 19 Uhr in der Regionalstelle der Caritas St. Gallen statt. Danach gibt es einen Apéro.
Adresse: Regionalstelle Caritas St.Gallen, Zürcherstrasse 45,  9013 St.Gallen.

Anmeldungen zum Q-Treff bis am 11. November 2014 an:
SVW, förderraum Servicebüro, Poststrasse 15, 9000 St. Gallen
info(at)weiterbildung-ost.ch, Tel. 071 227 14 58

 

SVW-Tagung: Gut gespielt im Wartensee

Die diesjährige Tagung des SVW hatte den Titel «Wo der Mensch spielt...» und fand im wunderschönen Ambiente des Schlosshotels Wartensee ob dem Bodensee statt. Spielexperte Martin Herzberg zeigte den rund zwei Dutzend Teilnehmenden, wie wichtig das Spielen auch für Erwachsene ist, und wie Unterricht spielerisch und leicht gestaltet werden kann. Ganz klar, wurde auch viel gespielt an diesem Tag. Das Fazit einer Teilnehmerin: «Ich habe hier gelernt, dass Spielen ein ernsthafter Teil des Unterrichts sein muss».

Mit Walter Frei auf den Spuren der St. Galler Bildung

Der ehemalige Pfarrer Walter Frei ist berühmt für seine Führung durch die historische Stadt St. Gallen. Keine Nullachtfünfzehn-Führungen macht er, sondern thematische Geschichtsstunden, sei es zu Juden in St. Gallen, zu Frauengeschichte(n) oder zu Paracelsus. Warum also nicht Walter Frei anfragen, ob es nicht auch eine spannende Führung gäbe zur Bildungsgeschichte der Stadt St. Gallen. Das dachte sich der Vorstand des SVW und lud dann tatsächlich  zur Stadtführung mit Walter Frei, am Montag 26. Mai 2014.
Es folgten etwa 20 Interessierte und sie erfuhren viel spannendes über die Bildung in der Stadt St. Gallen, wie man sie etwas weniger kennt. Nicht Kloster oder HSG waren im Zentrum, sondern das bürgerliche St. Gallen nach der Reformation. Wussten Sie, dass es in St. Gallen schon in historischen Zeiten ein duales Bildungssystem gab? Oder dass die Dominkanerinen im Katharinenkloster reformiert werden sollten, aber statt sich dem neuen Glauben anzuschliessen ein neues Kloster in Wil bauten?
Hier lesen Sie Notizen, die Claudia Longoni von der Stadtwanderung machte.
Hier finden Sie ein Dokument von Walter Frei, das die wichtigsten Stationen der Stadtwanderung zusammenfasst.

 

Von Märchen bis Illetrismus - der SVW im 2014

Auch 2014 soll ein Jahr der Weiterbildung werden. Der St. Galler Verband für Weiterbildung SVW hat wieder einige Rosinen für seine Mitglieder parat.
Bereits gestartet sind wir mit dem ersten Quartalsanlass anfangs Januar. SVW-Mitglied Max Luther erzählte Märchen und er erzählte über Märchen. An diesem stimmigen Abend im Kindergarten der Spracheilschule in St. Gallen erfuhren die Teilnehmenden, welche Funktionen die Märchen in der «Bildungswelt» früherer Jahrhunderte hatten. Vor allem aber erzählte Max Luther, ein eidgenössisch diplomierter Märchenerzähler, aus seinem reichen Fundus an Märchen.
Etwas prosaischer geht es beim SVW zu und her im Februar:  Am Donnerstag, 6. Februar, informiert der Verein «Lesen und Schreiben Schweiz» über eine geplante Sensibilisierungskampagne  zum Thema Illetrismus (Lese- und Schreibschwäche). Ausbildner und Institutionen der Weiterbildung sind zu diesem Anlass in der Hauptpost St. Gallen eingeladen.
Am Montag, 24. Februar, lädt der der Schweizerische Verband für Weiterbildung SVEB in St. Gallen zu einem Infoanlass über die geplanten «Bildungsgutscheine». Ähnlich den Büchergutscheinen soll dieses Angebot funktionieren. In Zusammenarbeit mit dem SVW informiert der SVEB interessierte Bildungsinstitutionen aus der ganzen Ostschweiz.
Der SVW selber lädt all seine Mitglieder am Dienstag, 11. März, zur Hauptversammlung im St. Galler Hotel Dom – wo wir am Schluss einen Imbiss spendieren. Am Montag, 26. Mai, steht eine Stadtführung durch St. Gallen auf dem Programm. Walter Frei führt uns durch die Geschichte der Bildung in der Schulstadt St. Gallen.

Die Daten zu den geplanten Veranstaltungen des SVW finden Sie unter «Termine».

 

Lernen von und mit Demenz

Demenz - für die meisten Menschen der Schrecken des 21. Jahrhunderts und verlinkt mit Bildern von Stumpfheit und Zerfall.  Ein etwas anders Bild der Krankheit zeichnete Claudia Longoni, die im Pflegeheim PeLago in Rorschach täglich mit Demenzkranken arbeitet, am letzten Q-Treff des SVW von Mitte November. Longoni erzählte zuerst über die immense Lernfähigkeit unseres Gehirns (siehe Bild), die selbst bei Demenzkranken nicht einfach zum Stoppen kommt. Sie zeigte aber, dass Demenz eine Krankheit ist, die so gar nicht in unsere schnelllebige, zielstrebige Welt der Kognition passt. In einer wenig komplexen Welt der Langsamkeit, wo der Moment und die Gefühle wichtig sind, ist Demenz ein kleineres Problem. So erzählte die Pflegefachfrau die Geschichte der Nonnen eines Klosters, die sich bereit erklärt hatten, ihr Gehirn nach dem Tod der Forschung zur Verfügung zu stellen. Bei manch einer Nonne, die im hohen Alter verstarb, wurde bei der Untersuchung des Gehirn schwerster Alzheimer festgestellt - zu Lebzeiten war das niemandem aufgefallen. 
Nach Referat, Fragerunde und Diskussion, lud Myrtha a Marca, Leiterin des Bildunsgzentrum BVS zu einem Apéro. Dies sei hier herzlich verdankt.

Hier ist die Präsentation zum Thema Demenz

 

Saxerriet: «Bei uns wird nicht einfach drauflos therapiert»

Die «tiergestützte Therapie mit Eseln» in der Strafanstalt Saxerriet war Thema des SVW-Quartalstreffs vom Freitag, 20. September 2013, in St. Gallen. Der Direktor der Strafanstalt, Martin Vinzens, erzählte, weshalb dort vor fünf Jahren diese neue Therapieforn als schweizerisches Pilotprojekt eingeführt worden war: «Wir stellten immer häufiger fest, dass Insassen verschlossen gegenüber Menschen und unzugänglich für Gespräche waren». Für diese, aber auch für Männer, die ihre Probleme mit Gewalt lösen, wurde diese neue Therapieform entwickelt. Denn Esel sind störrisch und mit Gewalt lassen sie sich zu gar nichts bewegen, viel eher mit Geduld und Freundlichkeit. «Und da wir ein Gutsbetrieb sind, der auch Esel hat, begannen wir, mit diesen zu arbeiten», sagte Vinzens.
Der Direktor vom Saxerriet besuchte den SVW-Quartalsanlass in einer Zeit aufgeheizter Stimmung gegenüber dem Strafvollzug. Der Fall «Carlos» und der brutale Mord an einer Sozialtherapeutin im Gefängnis Genf (auf dem Weg in die Reittherapie) lassen viele Leute zurzeit über Sinn und Zweck solcher Therapien rätseln. Martin Vinzens hielt dann aber fest: «Wir therapieren nicht einfach drauf los. Diese Arbeit ist eingebunden in die Gesamtplanung des Gefängnisaufenthaltes». Dazu gehöre etwa, dass nur ganz bestimmte Insassen mit den Eseln arbeiten, dass die Entwicklung ausgewertet werde, aber auch klare Regeln: «Bei uns sitzt nie einer auf den Esel.» Stattdessen absolviert der Gefangene mit seinem Tier - das er auch persönlich betreut - einen Parcours, und wer es schafft, dass der eigenwillige Esel eine Runde läuft, hat viel erreicht.
In einem äusserst unterhaltsamen und eindrücklichen Vortrag vor rund 25 Zuhörenden -  SVW-Mitglieder, aber auch Leute, die in der Zeitung vom Referat gelesen hatten - verglich Vinzens Strafvollzug mit Kindererziehung: «Was in Genf passiert ist, das ist schrecklich. Aber Rückschläge gehören zum Strafvollzug wie zur Erziehung. Wir hören ja auch nicht auf mit den Kindern zu arbeiten, wenn eine Massnahme nicht funktioniert hat.»