News vom St. Galler Verband für Weiterbildung.


Erfolgreiche Tagung zur Bildung der Bildner

«Welche Bildung brauchen Bildner?» fragte die diesjährige Tagung des SVW vom 15. Juni ist St.Gallen. Referentin Bernadette Dilger, Professorin an der Uni St.Gallen, fragte in ihrem Inputreferat, wieviel die Ausbildung für Ausbildner zur Qualitätsverbesserung beitrage, und wieviel schlicht Marketingmassnahme - und wohl auch Geldmacherei - sei. Damit waren die Diskussionen in den Workshops lanciert. Von den rund 30 Teilnehmenden an der Tagung (viele aus dem Bereich Gesundheit und aus der Verwaltung), zeigten nicht wenige einen gewissen Überdruss an verordneter Bildung, und fragten sich auch, wie denn mit Fähigkeiten umgegangen werde, die nicht so einfach vermittelt werden können; etwa Empathie, aber auch Humor.
Christina Jacober, zuständig für die Ausbildung der Ausbildner beim Schweizerischen Verband für Weiterbildung, zeigte auf, dass auch dort die Diskussionen um das richtige Mass an Ausbildung geführt wird.
Doch nicht überall herrscht nur Verdruss gegenüber Weiterbildung und «Zertifizierungswahn». Das zeigte der Fachmann aus dem Bereich Netzelektrik in der Schlussdiskussion. Dort, wie auch anderswo in handwerklichen Berufen, wäre man  froh, man könnte die Ausbildner auch nur zu einer minimalen «Ausbildung der Ausbildner» verpflichten.

Hier finden Sie die Präsentation von Bernadette Dilger, Uni St.Gallen
Hier finden Sie die Präsentation von Christian Jacober, SVEB Zürich

Wir werden im Herbst ein Papier mit den wichtigsten Ergebnissen dieser Tagung veröffentlichen.

 

 

Eine HV wie bei den Sowjets früher

Zugegeben, der Titel ist etwas reisserisch. Er wurde auch nur gemacht, um sie zum Lesen dieses Artikels zu verführen, der eben so gar nichts Reisserisches zu bieten hat: Am 23. März fand die 26. Hauptversammlung des St.Galler Verbandes für Weiterbildung statt. Sie verlief in ruhigen Bahnen, und alle Anträge wurden einstimmig, respektive per Akklamation angenommen (das der Verweis auf die Sowjets damals).
So freut sich der Vorstand, auch im Jahre 2017 mit dem vollen Vertrauen seiner Mitglieder die Weiterbildung im Kanton vernetzen und voranbringen zu können. Immerhin ein Highlight sei aus der HV noch gemeldet: Mit Gisela Fust wurde neu eine kompetente Frau in den Vorstand gewählt, die bereits im letzten Jahr dort mitgearbeitet hatte.
Und ein zweites Highlight war das gemütliche «After-Show»-Nachtessen im Café Gschwend, zu dem die rund 20 Teilnehmenden eingeladen waren.

Hier finden Sie das Protokoll der 26 HV des SVW vom 23. März 2017

 

 

Claudia Longoni über hochbegabte Kinder und ihre Probleme

Das Leben ist für hochbegabte Kinder nicht ganz einfach. Das weiss Claudia Longoni aus eigener Erfahrung, mit ihren zwei hochbegabten Töchtern, die mittlerweile aber erwachsen sind, und damit in einem Alter, in dem sich Hochbegabung besser ausleben lässt, als wenn man als Zwölfjährige mit pubertierenden Kantischülern die Klasse teilen muss.
Vor rund 25 Interessierten und teilweise auch Betroffenen in St.Gallen (am 24. Januar 17) spickte Claudia Longoni ihren Fachvortrag immer wieder mit eigenen Erlebnissen als Mutter. So etwa, wenn sie erzählte wie unterschiedlich die Töchter mit ihren Fähigkeiten umgingen.
Zwei Dinge sind dem Chronisten vom Referat besonders in Erinnerung geblieben: Hochbegabung wird meistens erst «diagnostiziert», wenn Kinder mit dieser Eigenschaft negativ auffallen oder so sehr leiden, dass eine Abklärung nötig wird. Kein Wunder wird Hochbegabung gesellschaftlich denn auch immer wieder als Defizit wahrgenommen. Und zweitens: Das Vorurteil, hochbegabte Kinder seien dafür in ihrem Sozialverhalten zurückgeblieben, stimmt keineswegs generell. Der Eindruck entsteht halt einfach, wenn ein Fünfjähriger mit Gleichaltrigen lieber über Astrophysik diskutieren würde als über Bilderbücher.

Hier finden Sie die Folien zum Vortrag
Hier finden Sie den Text zu den Folien

 

Mit dem Weiterbildungsgesetz gibts neue Angebote und mehr Geld

Mit dem neuen Weiterbildungsgesetz, das 2017 in Kraft tritt, sollen schweizweit die Grundkompetenzen Erwachsener verbessert werden. Im Kanton St. Gallen wollen Bund und Kanton dafür bis 2020 gemeinsam etwa 1.8 Mio. Franken aufwenden.

An einer Informationsveranstaltung des SVW von Mitte August, erläuterte Hans-Peter Steiner vom Amt für Berufsbildung des Kantons St. Gallen die Grundzüge des neuen Weiterbildungsgesetzes, das im Januar 2017 in Kraft tritt. Ziel dieses Gesetzes ist die Förderung der Grundkompetenzen Erwachsener und des lebenslangen Lernens. Am Infoabend, an dem auch Vertreter grösserer Bildungsinstitutionen teilnahmen, erklärte Steiner, dass in den nächsten Jahren allein im Kanton St. Gallen knappe zwei Millionen Franken dafür ausgegeben werden. Zurzeit bildet der Kanton eine Projektgruppe, die bis Mitte nächsten Jahres bestimmt, wie diese Gelder aufgewendet werden sollen und wer davon profitiert. «St. Gallen gehört zu den Kantonen, die bereit sind, Pläne zur Förderung der Grundkompetenzen zu erstellen, andere Kantone machen das nicht», sagte Steiner am Infoabend. Vom Moderator Felix Mätzler nachgefragt, welche das denn konkret seien, meinte Steiner: «Alle Nachbarkantone». Im Falle des Weiterbildungsgesetzes ist es nun aber so, dass der Bund, Gelder die nicht abgeholt werden, denjenigen Kantonen überweist, die ihre Hausaufgaben machen. Da könnte also mittelfristig für die St. Galler noch mehr Bares herausschauen.

Am Infoabend in der Klubschule im Bahnhof St. Gallen wurde auch noch ein Pilotprojekt zur Förderung der Grundkompetenzen vorgestellt, das der Kanton St. Gallen zusammen mit dem SVEB und dem Weiterbildungszentrum Toggenburg WBZT umgesetzt hat. Eine mittelgrosse Firma aus Bütschwil verbesserte die Sprachkompetenz ihrer vielen fremdsprachigen Mitarbeiter mit Kursangeboten, die vor allem in der Firma und teilweise während der Arbeitszeit stattfanden. Fredi Gmür, Kursleiter am WBZT, der das Pilotprojekt vorstellte, nannte eine Erkenntnis des erstens Kurses: «Da kommen ganz neue Jobprofile für Weiterbildner auf uns zu».